Klauenhygiene

Wussten Sie schon?

Erkrankungen von Klauen und Gliedmaßen stehen nach Fruchtbarkeitsstörungen und Problemen mit der Eutergesundheit an dritter Stelle der krankheitsbedingten Abgangsursachen von Milchkühen. Lahmheiten von über 30 Prozent bei Herden sind keine Seltenheiten. Lahmes Gehen ist überwiegend der Ausdruck von Schmerzen im Bewegungsapparat. In über 90 Prozent der Fälle gehen Lahmheiten auf Erkrankungen der Klaue und der Haut rund um die Klaue zurück. Der wirtschaftliche Schaden wird mit bis zu 600 Euro pro Kuh und Jahr beziffert. 

Faktoren für gesunde Klauen 

Viele Faktoren beeinflussen die Klauengesundheit der Milchkühe. Eine weitgehend unterschätzte Rolle spielen die Zuchtwahl und der allgemeine Krankheitsstatus im Stall. Infektionskrankheiten wie BVD/MD oder IBR/IBV schwächen das Immunsystem, so dass anderen Erregern Tür und Tor geöffnet sind. Ein tiergerechtes Stallklima und konsequente Stallhygiene stärken die Abwehrkräfte der Tiere und senken den Infektionsdruck. Auch die Wahl des Futters einschließlich der Wasserversorgung beeinflusst die Klauengesundheit. Eine Totale Mischration (TMR) sollte mindestens 16 Prozent Rohfaser enthalten und zwei Drittel davon sollte strukturiert sein.

Eine nicht angepasste Haltungs- und Aufstallungsform ist am augensichtlichsten. Im Anbindestall führen Bewegungsmangel und überschießendes Hornwachstum zu Problemen, im Laufstall die glatten, rauen und nassen Laufgänge. Hornwachstum und Klauenabrieb sollten sich die Waage halten. Falsch bemessene Liegeboxen bedeuten lokale Überlastungen und Druckstellen. Laufflächen und Entmistungsverfahren sollten aufeinander abgestimmt und die Steuerung des Systems optimiert sein. 

Die Klauenhygiene ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Professionelle Hygiene heißt Reinigen und Desinfizieren. Denn pflegende und desinfizierende Mittel könne ihre Wirkung nur dann voll entfalten, wenn sie auf sauberen Oberflächen ankommen. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass erst die Kombination mehrerer Einzelmaßnahmen den Keimdruck deutlich reduziert. Dazu gehört auch das regelmäßige fachgerechte Klauenschneiden, insbesondere das Ausschneiden des Zwischenklauenspaltes.