Klauenkrankheiten

Klauenkrankheiten lassen sich grob in nicht-infektiöse und infektiöse Erkrankungen einteilen. 

nicht-infektiöse Klauenkrankheiten

Bei den nicht infektiösen Klauenkrankheiten nehmen die oberflächlichen und tiefen Geschwüre der Sohlenlederhaut eine zentrale Stellung ein. Eine Vielzahl nicht-infektiöser Klauenkrankheiten entsteht als Komplikation der chronischen Klauenrehe. Im Verlauf einer Klauenrehe kommt es zu einem Absinken des knöchernen Klauenbeines innerhalb des Hornschuhs. Es kommt zu Quetschungen der empfindlichen Lederhaut, die wiederum Durchblutungs- und Diffusionsstörungen zur Folge haben. Die Hornbildung wird gestört, was sich anlässlich eines Klauenschnitts nach etwa sechs Wochen durch gelbliche und rötliche Verfärbungen des Sohlenhorns (Bluteinschlüsse) oder dessen bröckelige Konsistenz (Doppelsohlenbildung) zu erkennen gibt. Infektiöse Klauenerkrankungen betreffen in aller Regel die empfindlichen Hautpartien im Zwischenzehen- und Ballenbereich und beeinflussen die angrenzende Hornbildungsschicht. 

infektiöse Klauenkrankheiten

Die am meisten verbreiteten infektiösen Klauenkrankheiten sind die Dermatitis interdigitalis, die Dermatitis digitalis oder Mortellaro'sche Krankheit und die Phlegmona interdigitalis. In allen drei Fällen handelt es sich um so genannte Faktorenkrankheiten, deren Entstehen durch gleichzeitiges Einwirken von Bakterien, ungünstigen Haltungsbedingungen und tiereigenen Faktoren (Zustand der Klauen, Immunsuppression, Mangelzustände) bedingt sind. [Quelle: Müller K E; Eilers T]

Mortellaro (Dermatitis digitalis)

Die Zehenhautentzündung des Rindes ist eine Entzündung der Zehenhaut bei Rindern. Aufgrund des Aussehens der Entzündung wird sie als Erdbeerkrankheit bezeichnet. [Quelle: wikipedia.de]

Die Dermatitis digitalis wurde erstmals 1974 in Italien durch C. M. Mortellaro und R. Cheli beschrieben, weshalb sie auch unter dem Namen Mortellaro bekannt ist. Inzwischen ist es weltweit eine der bedeutendsten Klauenkrankheiten. In der Literatur wird die Verbreitung in den Rinderbeständen mit 50-70% angegeben (Shearer 1996, Manske 1998, Fiedler 2000a, Klee 2001). Generell können Tiere aller Altersstufen betroffen sein, obgleich es den Anschein hat, dass sich eine Immunität entwickelt, da es sich bei überdurchschnittlich vielen der erkrankten Tiere um Färsen und neu erworbene Tiere handelt (Blowey 1998, Nuss 2005). Die Erkrankung kann in betroffen Beständen gehäuft auftreten (Toussaint Raven 1998). Bei akuten Ausbrüchen können 80-90 % der Herde erkranken (Kofler 2001). [Quelle: intervet.de]

Entzündung der Zwischenklauenhaut (Dermatitis interdigitalis)

Entzündung der Haut im Interdigitalspalt, ohne Ausbreitung in tieferes Gewebe eventuell kombiniert mit Ballenhornfäule. Keine oder geringgradige Lahmheit.

Zwischenklauenphlegmone (Phlegmona interdigitalis)

Akute diffuse Entzündung der Haut und Unterhaut des Zwischenklauengewebes, charakterisiert durch eine Schwellung, die später auch den Kronsaum beider Klauen umfaßt. Kann sich nach proximal ausbreiten (Zehenphlegmone, Gliedmaßenphlegmone) und tiefe Strukturen (Gelenk, Bänder) erfassen, wenn Therapie ungenügend.