Pressespiegel

dlz - primus rind [3-2010]: Klauen gegen Mortellaro waschen

01. März 2010

Klauenhygiene. Eine Projektarbeit an der Universität Bingen beschäftigte sich mit der Wirkung einer neuen Klauenwaschanlage auf das Auftreten der Mortellaro'schen Krankheit in einem Praxisbetrieb (siehe auch Beitrag „Nicht nur ein Bad“, primus rind 1/10, S. 17). Dabei wählte der Versuchsansteller Christoph Zelder zufällig 25 Milchkühe aller Altersklassen aus einer Herde mit 100 HF aus.

Während des Versuchs wurden die Kühe alle zwei Wochen untersucht und der Krankheitsverlauf bewertet. Zum Einsatz kamen neben der Klauenwaschanlage ein Desinfektionsmittel auf Basis von Wasserstoffperoxid und Silber.

Von den 25 Versuchstieren waren 24 mit Mortellaro infiziert. Das entsprach einer Quote von 96 Prozent. Nach einem Zeitraum von acht Wochen war bei 19 Tieren keine Mortellaro'sche Krankheit mehr nachweisbar. Drei Tiere wiesen noch Mortellaro-Befall auf, allerdings in milderer Form. Drei weitere Tiere fielen aus der Untersuchung, da sie trockengestellt wurden.

Die Mortellaro-Quote sank von 132 Bewertungspunkten auf 12. Der Autor betont jedoch, dass eine Klauenwaschanlage allein die Probleme nicht lösen kann. Genauso wichtig sei es, die Spalten regelmäßig zu reinigen und auch die Liegeboxenhygiene im Blick zu haben. Einen großen Einfluß habe nicht zuletzt auch der Standort der Anlage im Stall. Bei einem konventionellen Melkstand sei es ratsam, die Anlage in den Wartegang zu stellen, um so einen Vorwarteraum zu schaffen. Um eine optimale Wirkung des Desinfektionsmittels zu erzielen, empfehlen die Autoren ein Säubern des Vorwarteraums nach jedem Melken. Beim Einsatz eines Melkroboters sollte die Anlage am Ausgang des Melksystems platziert werden.

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